Kontopfändung – Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten

von Tino Richter am 10. Januar 2017

Der Albtraum eines jeden Schuldners ist die Kontopfändung: Das Gemeine daran ist, dass Sie nicht vorgewarnt werden. Denn der Pfändungsbescheid trudelt bei Ihnen erst einige Tage später per Post ein, damit der Gläubiger kein leeres Konto vorfindet.

So stehen Sie eines Tages am Geldautomaten und erhalten die Nachricht, dass Ihr Konto gesperrt ist. Vielleicht wird Ihre Karte sogar eingezogen. Sie können für sich und Ihre Kinder nichts zu essen kaufen. Was nun?

Was mache ich bei einer Kontopfändung?

Zunächst einmal: Geraten Sie nicht in Panik. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Ihnen als Schuldner genug Geld zum Leben übrig bleiben muss. Um das zu gewährleisten, hat der Gesetzgeber das sogenannte Pfändungsschutzkonto (kurz: P-Konto) entwickelt.

Hiernach haben Sie gegenüber Ihrer Bank den Anspruch, dass Ihr Girokonto in ein solches P-Konto verwandelt wird. Die Bank muss Ihnen von Ihren Geldeingängen monatlich eine bestimmte Summe auszahlen.

Wie bekomme ich ein P-Konto?

Innerhalb von vier Tagen muss Ihre Bank Ihr Girokonto in ein P-Konto umwandeln, wenn Sie dies beantragen. Der Antrag ist an keine Form gebunden. Es muss nur erkennbar sein, dass Sie die Umwandlung wünschen. Stellen Sie diesen Antrag schriftlich und nachweisbar.

Welche rechtliche Wirkung hat das P-Konto?

Haben Sie Fragen zum Thema Kontopfändung? Rufen Sie uns an unter 0871 20667928

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Das P-Konto bewirkt, dass Sie monatlich über einen einen bestimmten Mindestbetrag verfügen. Dieser Betrag ist in der Pfändungstabelle festgelegt.

Wenn Sie das P-Konto rechtzeitig beantragen, ist Ihr Guthaben in Höhe dieses Betrages auch rückwirkend ab der Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses an die Bank geschützt.

Pfändbar ist dann nur das Guthaben, das über den Betrag hinausgeht.

Was gibt es noch zu beachten?

Wichtig: Jeder darf nur ein P-Konto besitzen! Sie müssen deshalb mit Ihrem P-Konto-Antrag der Bank versichern, dass Sie nicht schon über ein Schutzkonto verfügen. Die Banken wiederum sind verpflichtet, den Bestand eines P-Kontos an die Schufa zu melden.

Eine Zuwiderhandlung ist strafbar. Das P-Konto kann auch nicht als Gemeinschaftskonto geführt werden. Wenn Sie eine Pfändung erwarten, ist es ratsam, im Voraus ein P-Konto einzurichten. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie eine Versicherung an Eides statt ablegen mussten.

Entstehen Kosten für die Umstellung?

Die Umstellung des Girokontos auf ein P-Konto ist kostenfrei. Aber die Bank kann Kontoführungsgebühren verlangen.

Was ist, wenn ich mehr Geld brauche?

Wenn Sie eine Familie zu ernähren haben, können Sie weitergehenden Schutz über den Sockelbetrag hinaus bekommen. Freibeträge stehen Ihnen auch zu, wenn Sie Unterhalt zahlen müssen oder wenn auf Ihr Konto Kindergeld oder andere Sozialleistungen eingehen. Sie müssen der Bank dazu eine Bescheinigung vorlegen, die Sie bei einem Insolvenzanwalt, Arbeitgeber oder Steuerberater einholen können.

Im Zweifel gerichtliche Hilfe

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, beim zuständigen Amtsgericht (Abteilung Zwangsvollstreckung) um eine Einzelfallentscheidung zur Freigabe des Guthabens zu erwirken. Das Gericht muss dann prüfen, welche Gutschriften auf Ihrem Konto gesetzlich unpfändbar sind. Diese unpfändbaren Beträge können den erhöhten Freibetrag überschreiten.

Wir beraten Sie gerne bei Schuldenproblemen. Kontaktieren Sie uns gerne unter 0871/20667928 oder schreiben Sie eine Mail an info@schuldenberatung-landshut.de.

 

Bildquellennachweis: Coloures-pic – fotolia.com

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