Wohlverhaltensphase – Was muss ich beachten?

von Tino Richter am 10. Mai 2016

Die Wohlverhaltensphase ist die Zeit zwischen dem formalen Abschluss des Insolvenzverfahrens und der Restschuldbefreiung. Während der Wohlverhaltensphase geht es nicht darum, dass Sie sich besonders „wohl“ im Sinne von nett verhalten – Sie müssen also kein Ehrenamt aufnehmen oder mehr arbeiten, als alle anderen. Es geht nur darum, dass Sie mit Ihren Finanzen verantwortungsbewusst umgehen und versuchen, die Schulden zu begleichen.

Beginn und Ende der Wohlverhaltensphase

Wohlverhaltensphase

Fragen zur Wohlverhaltensphase? Rufen Sie uns an unter

Nachdem Ihr Insolvenzantrag abgegeben und bewilligt wurde, beginnt für Sie die Wohlverhaltensphase. In den nächsten Jahren wird das Geld, das Ihnen oberhalb der Pfändungsgrenze zur Verfügung steht, an die Gläubiger so ausgezahlt, dass sie alle einen Anteil erhalten.

Die Wohlverhaltensphase endet entweder nach drei, fünf oder sechs Jahren. Das hängt davon ab, welcher Anteil der Schulden in der Zwischenzeit zurückgezahlt werden konnte. Wenn Sie einen Insolvenzantrag stellen, besprechen wir diese Schritte und die Möglichkeiten mit Ihnen auch im Einzelnen.

Was muss ich während der Wohlverhaltensphase beachten?

Während der Wohlverhaltensphase müssen Sie einige Punkte beachten:

  • Arbeit – Sie müssen eine Arbeit ausüben, sofern diese Ihren Qualifikationen und Ihrem Gesundheitszustand angemessen ist. Sie dürfen keine zumutbare Arbeit ablehnen, wenn Sie arbeitslos sind. Sie können auch (weiterhin) selbstständig arbeiten.
  • Informationen über den Wohnsitz – Wenn Sie umziehen, müssen Sie das dem Insolvenzgericht und dem Treuhänder innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug mitteilen.
  • Mitwirkung – Sie müssen auf Mitteilungen vom Treuhänder und dem Insolvenzgericht reagieren. Sie müssen aber nicht mit den Gläubigern sprechen und dürfen sich auch nicht auf Regelungen außerhalb des Verfahrens mit ihnen einigen.
  • Treuhänder bezahlen – Sie müssen den Treuhänder bezahlen. Das passiert mit dem pfändbaren Einkommen (also dem Betrag, um den das Einkommen die Pfändungsgrenze übersteigt) oder auch aus unpfändbarem Einkommen. Diese zusätzliche Ausgabe müssen Sie bewältigen.

Die Pflichten sind nicht schwer einzuhalten. Auch wenn sie auf den ersten Blick umfangreich erscheinen, sind sie im Vergleich zu einem Leben mit Schulden viel weniger belastet. Rufen Sie uns an unter – wir beraten Sie gerne zu Ihrem Neustart in ein schuldenfreies Leben!

 

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